Herzerkrankungen
Du leidest an einer Herzerkrankung oder möchtest wissen, wie du dein Herz gesund halten kannst?
Unser Herz ist ein wahres Wunderwerk der Natur. Es arbeitet unermüdlich, Tag und Nacht, ohne eine Sekunde Pause. Durch seine beständige Tätigkeit sorgt es dafür, dass unser Körper mit lebensnotwendigem Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen versorgt wird.
Informiere dich hier über Ursachen, Risikofaktoren und Prävention von Herzerkrankungen.
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Termin buchenFakten rund um unser Herz
Das Herz ist der Motor unseres Kreislaufs: Es schlägt etwa 60 bis 80 Mal pro Minute, was mehr als 100 000 Schlägen pro Tag, rund 42 Millionen Schlägen pro Jahr und etwa 3,5 Milliarden Schlägen im Laufe eines Lebens entspricht. Dank seiner enormen Leistungsfähigkeit pumpt das Herz in jeder Minute etwa 5 bis 6 Liter Blut durch unseren Körper, das sind etwa 8000 Liter täglich! Um diese beeindruckende Aufgabe zu erfüllen, ist das Herz äusserst komplex aufgebaut und benötigt besonderen Schutz.
Der Blutkreislauf ist entscheidend für unsere Gesundheit. Bereits nach nur fünf bis zehn Sekunden ohne Blutversorgung, etwa nach einem Herzinfarkt, beginnen die Nervenzellen im Gehirn ihre Funktion einzustellen. Nach weiteren drei bis fünf Minuten ohne Sauerstoff beginnen diese Zellen abzusterben, was zu dauerhaften Schäden im Gehirn führen kann. Studien zeigen, dass etwa 40 % der Patient:innen, die einen Herzinfarkt erleiden, an den Folgen sterben. Das unterstreicht die immense Bedeutung, die das Herz für unser Leben hat.
Deshalb ist es so wichtig, gut auf die Herzgesundheit zu achten. Eine gesunde Lebensweise, regelmässige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung können helfen, das Herz zu schützen und seine Funktion über viele Jahre hinweg zu erhalten.1
Unser Herz ist ein erstaunlich komplexes Organ, aber wir möchten dir seine Funktion so einfach wie möglich erklären.
Wie funktioniert das Herz?
Grundstruktur des Herzens
Das Herz hat zwei Hälften: eine linke und eine rechte, getrennt durch die Herzscheidewand (Septum). Jede Hälfte besteht aus zwei Hauptteilen:
Vorhof (Atrium): Hier fliesst das Blut in das Herz.
Kammer (Ventrikel): Hier wird das Blut aus dem Herzen herausgepumpt.2
Zwischen den Vorhöfen und Kammern gibt es insgesamt vier Herzklappen, die dafür sorgen, dass das Blut immer in die richtige Richtung fliesst und nicht zurückläuft. Diese Trennung verhindert, dass sich sauerstoffarmes und sauerstoffreiches Blut vermischen. So wird sichergestellt, dass unser Körper immer genug Sauerstoff bekommt, um richtig zu funktionieren.2
Damit das Herz als Pumpe funktioniert, muss es ständig mit Blut und Sauerstoff versorgt werden. Diese Aufgabe übernehmen die Herzkranzgefässe (Koronararterien). Sie umgeben das Herz wie ein Kranz und bringen frisches Blut aus der Hauptschlagader direkt zu den Herzmuskelzellen.2
Unser Herzschlag
Rechte Herzhälfte: Pumpt sauerstoffarmes Blut zur Lunge, wo es Sauerstoff aufnimmt.
Linke Herzhälfte: Pumpt das nun sauerstoffreiche Blut in den ganzen Körper.
Das Herz hat ein eigenes elektrisches System, das den Herzschlag automatisch reguliert. Dieses System sorgt dafür, dass das Herz schlägt, ohne dass wir bewusst darüber nachdenken müssen.2 Ausserdem besteht das Herz aus einem speziellen Muskelgewebe, das sich unermüdlich und rhythmisch zusammenzieht. Diese Bewegung ist essenziell, um Blut durch den Körper zu pumpen.
Energiequelle des Herzens
Das Herz braucht viel Energie, um kontinuierlich zu arbeiten. Es nutzt hauptsächlich Fettsäuren und Laktat (ein Stoff, der bei körperlicher Aktivität entsteht). Normalerweise bevorzugt es Fettsäuren, greift aber bei Anstrengung oder Stress auf Laktat zurück.3
Warum wird das Herz krank? Ursachen und Risikofaktoren von Herzerkrankungen
Herzerkrankungen sind weltweit die häufigste Todesursache. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben mehr Menschen an Herzerkrankungen als an jeder anderen Krankheit.4 In Deutschland sind 33 % aller Todesfälle auf Herzerkrankungen zurückzuführen.5
Das Problem unserer Gesellschaft
Unsere Gesellschaft lebt immer ungesünder. Vor 100 Jahren liefen Menschen durchschnittlich 20 Kilometer pro Tag. Heute sind es nur noch 800 Meter pro Tag. Während des Lockdowns sank diese Zahl sogar auf 200 Meter täglich.
Auch unsere Ernährung hat sich stark verändert. Vor 160 Jahren haben Menschen in Deutschland im Durchschnitt 2120 Kilokalorien pro Tag konsumiert. Heute sind es etwa 3539 Kilokalorien pro Tag.
In Zahlen bedeutet das:
Energiezufuhr: Wir nehmen heute 66 % mehr Kalorien zu uns.
Bewegung: Wir bewegen uns 96 % weniger.
Dieser Bewegungsmangel kombiniert mit einer ungesunden Ernährung führt dazu, dass heute zwei Drittel der Männer (67 %) und die Hälfte der Frauen (53 %) in Deutschland übergewichtig sind.7
Risikofaktoren
Der Anstieg von Herzerkrankungen in den letzten Jahren wird also vor allem durch unseren Lebensstil beeinflusst. Es gibt mehrere Risikofaktoren, die wir beeinflussen können:
Bewegungsmangel: Viele Menschen bewegen sich zu wenig.
Übergewicht: Ein hoher Körperfettanteil erhöht das Risiko.
Rauchen: Rauchen schädigt das Herz und die Blutgefässe.
Chronische Entzündungen: Entzündungen im Körper können das Herz belasten.
Bluthochdruck: Hoher Blutdruck erhöht das Risiko für Herzprobleme.
Hohe Blutfettwerte: Ungesunde Cholesterinwerte können zu Herzkrankheiten führen.
Diabetes: Zuckerkrankheit kann das Herz schädigen.
Chronischer Stress: Anhaltender Stress belastet das Herz.6
Gefässverkalkung: Eine wichtige Ursache für Herzerkrankungen
Viele Herzerkrankungen werden durch Gefässverkalkung verursacht, auch Arteriosklerose genannt. Diese Erkrankung entsteht, wenn sich die Wände der Blutgefässe verhärten und verengen. Das passiert oft lange bevor wir es bemerken oder es durch Untersuchungen sichtbar wird.11
Warum ist Gefässverkalkung gefährlich?
Arteriosklerose kann den Blutfluss behindern und zu ernsthaften Problemen wie Herzinfarkten führen. Es ist daher wichtig, die Ursachen dieser Verkalkung zu verstehen und zu behandeln.
Hauptursachen für Gefässverkalkung8,9
Es gibt drei Hauptfaktoren, die zur Verkalkung der Gefässwände führen:
Rauchen und chronische Entzündungen: Rauchen reizt die Gefässinnenwände chemisch, während Entzündungen die Gefässe dauerhaft schädigen.
Bluthochdruck: Ständiger hoher Druck in den Gefässen führt zu mechanischen Schäden.
Hohe Blutfettwerte: Lipoproteine (Komplex aus Eiweiss und Fett) können sich in den Gefässwänden ablagern und zu Verhärtungen führen.
Wie beginnt die Arteriosklerose?
Die Krankheit beginnt oft mit kleinen Verletzungen oder Reizungen der Innenwände der Blutgefässe, die durch Rauchen oder hohen Blutdruck verursacht werden. Diese Reizungen führen zu einer Ansammlung von LDL-Cholesterin und entzündlichen Reaktionen in den Gefässwänden, die nach und nach Plaques (Ablagerungen) bilden. Diese Plaques wachsen nach aussen und sind oft nicht sofort sichtbar oder messbar.8,9,10,11
Was passiert in der Gefässwand?
Arteriosklerose entwickelt sich durch die Ansammlung von Fett und Cholesterin in den Gefässwänden. Diese Ablagerungen können entzündlich werden und wie ein "Pickel" in der Gefässwand wachsen. Wenn dieser Plaque aufbricht, kann es zu einer Blutgerinnung kommen, die das Gefäss verstopft und einen Herzinfarkt verursacht.11
Was ist Cholesterin?
Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz, die in allen Körperzellen vorkommt. Es ist wichtig für den Aufbau von Zellwänden und die Produktion von Vitamin D sowie bestimmter Hormone wie Östrogen, Testosteron und Kortisol.12
Wie wird Cholesterin im Blut transportiert?
Cholesterin wird durch Lipoproteine im Blut transportiert. Diese bestehen aus einer äusseren Eiweisshülle und einem inneren Fettkern. Es gibt zwei Haupttypen von Lipoproteinen:
Low-Density Lipoprotein (LDL): Auch als „schlechtes Cholesterin" bekannt, bringt Cholesterin zu den Körperzellen. In hohen Mengen kann LDL zu Ablagerungen in den Gefässen führen.
High-Density Lipoprotein (HDL): Bekannt als „gutes Cholesterin", sammelt es überschüssiges Cholesterin ein und bringt es zurück zur Leber, wo es abgebaut oder wiederverwertet wird.13,14
Im Alltag spricht man oft von „gutem" und „schlechtem" Cholesterin. Tatsächlich ist das sogenannte „schlechte" LDL-Cholesterin in normalen Mengen wichtig für den Körper, weil es Cholesterin zu den Zellen transportiert, die dieses brauchen.
Cholesterin und Ernährung
Oft wird angenommen, dass das Cholesterin aus unserer Nahrung direkt zu Arterienverstopfungen führt. Das stimmt nicht ganz. Cholesterin, welches wir essen, ist nicht die Hauptursache für Plaques in den Arterien. Diese Plaques entstehen durch das Cholesterin, das von der Leber produziert wird und sich in den Gefässen ablagert, vor allem wenn diese permanent durch Rauch oder Bluthochdruck geschädigt werden.11,15
Studien zeigen, dass gesättigte Fette sowohl das LDL als auch das HDL erhöhen können, was den Gesamteffekt auf das Herzrisiko ausgleichen kann. Neuere Forschungen unterstützen nicht mehr strikt fettarme Diäten. Stattdessen kann eine Ernährung mit weniger Kohlenhydraten und mehr gesunden Fetten das Herzrisiko senken.16,17 Die American Heart Association (AHA) hat die strikten Beschränkungen für Fett in der Ernährung gelockert, da eine fettarme Ernährung HDL-Cholesterin senken und die Herzgesundheit beeinträchtigen kann. Heutzutage wird ein hoher HDL-Wert und niedrige Triglyzeride (transportieren Fette im Blut) als wichtiger für die Herzgesundheit angesehen.18
Die häufigsten Herzerkrankungen
Koronare Herzkrankheit (KHK)
Die Koronare Herzkrankheit betrifft die Herzkranzgefässe, die durch Verkalkung verengt werden. Dies führt zu einer eingeschränkten Durchblutung und kann bei vollständigem Verschluss zu einem Herzinfarkt führen.2,23
Leichte Verengungen verursachen oft keine Symptome. Bei zunehmender Verkalkung spricht man von „stabiler KHK", die sich durch Kurzatmigkeit und Druck- oder Engegefühl im Brustbereich, oft ausstrahlend in Arm oder Rücken, zeigt.2,23 Körperliche Belastung kann dann Angina Pectoris auslösen, das Hauptsymptom der KHK. Ein plötzlicher kompletter Verschluss der Herzkranzgefässe ist lebensbedrohlich und äussert sich durch Symptome wie starkes Druck- und Engegefühl, Schwitzen, Übelkeit und Erbrechen. Dies deutet auf einen akuten Herzinfarkt hin.
Angina Pectoris (AP)
Angina Pectoris, auch „Brustenge" genannt, tritt auf, wenn die Sauerstoff- und Energieversorgung des Herzens vorübergehend unzureichend ist, oft infolge von KHK, Herzrhythmusstörungen oder Herzinfarkten. Dies führt zu Schmerzen und einem Engegefühl im Brustbereich.24,25
Angina Pectoris wird unterteilt in:
Stabile AP:
Vorhersehbare Anfälle nach Anstrengung
Gleichbleibende Intensität und Dauer
Symptome lassen in Ruhe nach und sprechen gut auf Nitroglyzerin-Präparate (Medikament zur Erweiterung der Blutgefässe) an.
Instabile AP:
Unvorhersehbare, unregelmässige Anfälle
Variierende Intensität und Dauer
Reagiert schlecht auf Nitroglyzerin-Präparate und erfordert ärztliche Untersuchung wegen akuter Herzinfarktgefahr.
Die Symptome von AP sind vielfältig, und selten treten alle gleichzeitig auf. Typische Symptome sind:
Schmerzen hinter dem Brustbein
Schmerzen, die in den linken Arm, Unterkiefer, Oberbauch oder zwischen die Schulterblätter ausstrahlen
Engegefühl in der Brust und Atemnot
Schmerzen bei körperlicher Belastung
Todesangst2,25
Wichtig: Die genannten Symptome deuten nicht zwangsläufig auf ein Herzproblem hin.
Herzinfarkt
Ein Herzinfarkt (Myokardinfarkt) entsteht, wenn die Versorgung des Herzens mit Sauerstoff und Nährstoffen unterbrochen wird, was zum Absterben von Gewebe und eingeschränkter Herzfunktion führt. Dies wird meist durch ein Blutgerinnsel in den Herzkranzarterien verursacht, oft infolge von KHK.2
Bei Männern über 65 Jahren ist der Herzinfarkt die zweithäufigste Todesursache, bei Frauen die dritthäufigste.26 Bei 40 % der Betroffenen ist der Infarkt die erste Erscheinung einer KHK.
Typische Anzeichen sind starke und lang anhaltende Angina-Pectoris-Beschwerden. Weitere Symptome umfassen:
Schwächegefühl, Angst, vegetative Symptome (z. B. Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen)
Herzrhythmusstörungen und Blutdruckabfall
Herzinsuffizienz, meist begleitet von Luftnot (bei ca. 30 % der Patient:innen)
Schmerzen hinter dem Brustbein, ausstrahlend in den linken Arm, Unterkiefer, Oberbauch oder zwischen die Schulterblätter
Engegefühl in der Brust und Atemnot
Schmerzen bei körperlicher Belastung
Todesangst2
Die Überlebenschancen nach einem Herzinfarkt haben sich verbessert, jedoch sterben etwa 50 % der Patient:innen am ersten Infarkt.2
Wie können wir Herzerkrankungen vorbeugen?
Trotz der heutigen fortschrittlichen Medikamente nimmt die Häufigkeit von Herzerkrankungen weiter zu. Das zeigt, dass wir die eigentlichen Ursachen wie einen ungesunden Lebensstil nicht ausreichend bekämpfen. Folgende Ansätze sind wichtige Schritte zur Vorbeugung von Herzerkrankungen:
Rauchen aufgeben: Rauchen ist einer der grössten Risikofaktoren für Herzerkrankungen. Es schädigt die Blutgefässe und fördert Entzündungen. Das Aufhören ist entscheidend, um das Risiko zu reduzieren.
Regelmässige Bewegung: Körperliche Aktivität hilft, Entzündungen zu reduzieren, den Blutdruck zu senken und die Blutfettwerte zu verbessern. Sie ist auch entscheidend, um überschüssiges Körperfett abzubauen.19,20,21
Gesunde Ernährung:
Weniger Zucker und Transfette: Vermeide raffinierten Zucker und industrielle Transfette, die die Blutfettwerte negativ beeinflussen können.
Omega-3-Fettsäuren: Iss mehr Fisch oder nimm Omega-3-Präparate ein, um Entzündungen zu bekämpfen.
Intermittierendes Fasten und ketogene Ernährung: Diese Ernährungsformen können helfen, das Gewicht zu kontrollieren und die Herzgesundheit zu fördern.21
Darmgesundheit: Eine gesunde Darmflora kann Entzündungen im Körper reduzieren. Vermeide Lebensmittel, die die Darmgesundheit stören.21,22
Ausreichender Schlaf: Versuche, 7-8 Stunden pro Nacht zu schlafen. Regelmässiger und ausreichender Schlaf ist wichtig für die Herzgesundheit und hilft, den Kreislauf zu stabilisieren.21
Stressmanagement: Chronischer Stress erhöht die Cortisolspiegel, was Entzündungen und Herzerkrankungen fördern kann. Entspannungstechniken und Stressbewältigung sind daher wichtig, um das Risiko zu senken.21
Mythen
"Bluthochdruck ist nicht schlimm, ich kann ja eine Tablette nehmen."
Bluthochdruck ist oft der erste Schritt zu ernsthaften Erkrankungen wie einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. Trotz Medikation sterben immer noch zwei Drittel der Bluthochdruckpatient:innen an Herzgefässerkrankungen, und ebenso viele Schlaganfallopfer haben Bluthochdruck. Auch Medikamente wie Diuretika können Nebenwirkungen wie ein erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen haben.6 Es ist wichtig, die von Ärzt:innen verordneten Medikamente einzunehmen, sich aber auch der Nebenwirkungen bewusst zu sein. Neben der medikamentösen Behandlung sollten entscheidende Risikofaktoren wie körperliche Inaktivität und Ernährung nicht ignoriert werden.
"Sport ist schädlich bei Herzproblemen."
Früher wurde angenommen, dass Sport bei Herzproblemen schädlich sein könnte, insbesondere nach Herzkatheteruntersuchungen. Aktuelle wissenschaftliche Daten zeigen jedoch, dass Sport gerade bei der Behandlung und Prävention von Herzerkrankungen wichtig ist. Sowohl Ausdauersport als auch Krafttraining sind vorteilhaft. Regelmässige sportliche Aktivität hilft, Symptome zu lindern, die körperliche Belastbarkeit zu erhöhen und die Sterberate zu reduzieren. Nach einem Herzinfarkt sollte man bald wieder mit Sport beginnen, um die körperliche Belastbarkeit wiederzuerlangen.2,6,27,28,29,30,31,32,33
"Ich darf die Arme nicht über 90° anheben."
Nach Herzoperationen wird oft empfohlen, endgradige Bewegungen und hohe Belastungen der Schulter in den ersten vier Wochen zu vermeiden, um die Einheilung von Elektroden am Herzen nicht zu gefährden. Bewegung sollte dennoch stattfinden, um die Wundheilung zu fördern und Versteifungen zu verhindern. Bei Operationen am offenen Herzen oder bei Herzschrittmacher-Implantationen sollten hohe Belastungen vermieden werden, die genaue Dauer und das Ausmass variieren jedoch individuell. Belastungen, wie sie etwa beim Husten auftreten, können bereits erhebliche Kräfte auf das OP-Gebiet ausüben. Deshalb ist es wichtig, die Belastungen individuell anzupassen und auf die normalen Wundheilungszeiten zu achten, die durch Faktoren wie Medikamente oder den allgemeinen Gesundheitszustand beeinflusst werden können.34,35,36,37,38,39
"Das habe ich geerbt von Oma/Opa/Mutter/Vater."
Eine familiäre Vorbelastung ist ein Risikofaktor für Herzerkrankungen, bedeutet aber nicht automatisch, dass man selbst auch Herzprobleme bekommen wird. 80-90 % aller Herzerkrankungen sind auf Lebensstilfaktoren zurückzuführen. Wer sich gesund ernährt, regelmässig Sport treibt und nicht raucht, hat gute Chancen, keine Herzerkrankungen zu entwickeln.40
"Herz- und Gefässprobleme beginnen erst, wenn ich älter werde."
Auch wenn die meisten Auswirkungen von Herz- und Gefässerkrankungen erst im späteren Leben sichtbar werden, beginnen die Prozesse, die zu Gefässverstopfungen und später zu Schlaganfällen oder Herzinfarkten führen können, schon in der frühen Kindheit. Bereits 2 % der 15- bis 19-Jährigen zeigen Gefässveränderungen durch schlechten Lebensstil, einschliesslich schlechter Ernährung und Bewegungsmangel. Diese Zahl steigt im Laufe des Lebens stetig an, von 20 % bei den 30- bis 34-Jährigen bis zu 65,1 % bei den 70- bis 79-Jährigen. Es wird erwartet, dass diese Werte in den kommenden Jahren weiter ansteigen werden.41
Fazit
Unsere modernen Medikamente sind wirksamer als je zuvor und bilden einen wesentlichen Bestandteil der Behandlung von Herzkrankheiten. Sie helfen, die Symptome zu kontrollieren und das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen. Dennoch reichen Medikamente allein nicht aus, wenn der ungesunde Lebensstil, der oft die Hauptursache ist, nicht geändert wird. Die Anzahl der Herzerkrankungen bleibt hoch, weil die zugrunde liegenden Risikofaktoren wie schlechte Ernährung, Bewegungsmangel und Rauchen nicht ausreichend adressiert werden.
Es ist also enorm wichtig, unseren Lebensstil zu ändern, um unser Herz zu schützen. Mehr Bewegung und eine gesündere Ernährung können das Risiko von Herzerkrankungen erheblich verringern.
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Stand August 2026








