Muskelfaserriss
Du hast einen Muskelfaserriss oder möchtest wissen, wie du dieser Verletzung am besten vorbeugen kannst?
Informiere dich über Muskelverletzungen und passe dein Training an.
Muskelverletzungen zählen zu den häufigsten Verletzungen im Profi- und Amateursport. Rund 30-55% aller Verletzungen im Sport sind Muskelverletzungen34. Im Fussball und in der Australian Football League (AFL) führen Muskelfaserrisse mit über 30% zu den häufigsten Spielausfällen1,2. Im Schnitt kann man im Profifussball bei einer 25-köpfigen Mannschaft mit 50 Muskelverletzungen im Jahr rechnen1. Dabei ist die Verletzungsrate in Wettkämpfen höher als in Trainingsspielen1.
Eine Studie des internationalen Leichtathletikverbandes (IAAF) berichtet, dass 48% aller Verletzungen während Leichtathletik-Wettbewerben ausschliesslich Verletzungen des Muskel-Sehnenapparats sind3. Dadurch kommt es dann zu mehr Trainingsausfällen, was wiederum das Verletzungsrisiko steigen lässt2.
Auf dieser Seite erklären wir, welche Unterteilungen von Muskelfaserrissen es gibt und wie man nach einem Riss wieder aufs Spielfeld zurückkommt. Erfahre ausserdem, welche Massnahmen getroffen werden können, um das Risiko einer Verletzung so gering wie möglich zu halten.
Brauchst du Unterstützung?
Termin buchenAnatomie eines Muskels
Muskeln setzen sich aus mehreren funktionellen Einheiten zusammen. Vereinfacht gesagt besteht ein Muskel aus zwei Hauptkomponenten: aus den Muskelfasern und aus dem damit verbundenen Bindegewebe. Jede Muskelfaser ist an beiden Enden am sogenannten Muskelsehnenübergang an einer Sehne verankert.13
Ein Skelettmuskel, wie z.B. der Bizeps, wird von mehreren Muskelfaserbündeln gebildet. Ein Faserbündel besteht wiederum aus mehreren Muskelfasern. Betrachtet man so eine Muskelfaser unter dem Mikroskop genauer, lässt sich erkennen, dass diese aus tausenden, dicht aneinander gepackten Fibrillen besteht. Fibrillen sind kleinste zylindrische Fäden, die aus dicht aneinander gepackten Häkchen und perlenkettenartigen Schnüren gebildet werden. Die Fibrillen besitzen die aktiven Komponenten eines Muskels, nämlich Aktin und Myosin. Diese Proteine ermöglichen dem Muskel, sich zu verkürzen oder zu verlängern.
Muskelfasern sind aber auch durch eine Hüllstruktur ummantelt. In den meisten Fällen spricht man von Bindegewebe. Dieses Gewebe zählt zu den passiven Komponenten, da es sich nicht selbstständig bewegen kann. Das Muskelbindegewebe bildet den Rahmen um die einzelnen Muskelzellen und bindet diese aneinander. Dieses passive Netzwerk unterstützt die Muskelfasern bei der Kraftentwicklung und bündelt die entstandenen Kräfte zu einer Gelenkbewegung.
Wie entsteht ein Muskelfaserriss?
Unser Bindegewebe, welches die einzelnen Muskelfasern umhüllt und dadurch mit diesen verbunden ist, besitzt die Funktion, Energie von Bewegungsabläufen zu speichern und wieder freizusetzen. Dadurch entstehen enorme Kräfte, die auf unser Muskel-Skelettsystem wirken.
Vor allem durch Belastungen mit hohen Laufgeschwindigkeiten, Beschleunigungs- und Bremskräften wie Richtungswechseln oder Sprüngen, entstehen Verletzungen des Muskelbindegewebes.4
Beispielsweise geschehen die meisten Muskelverletzungen beim Sprint, wenn Athlet:innen nahe oder über ihrer maximalen Laufgeschwindigkeit sprinten.5 Durch die Geschwindigkeit, mit welcher der Muskel vorgedehnt wird beziehungsweise durch die auftretenden Bodenreaktionskräfte beim Aufsetzen des Fusses, entstehen Kraftspitzen nahe der maximalen Belastbarkeit des Muskelgewebes. Wird die Belastungsgrenze des Muskelbindegewebes überschritten, kommt es zur Schädigung unterschiedlicher Muskelbestandteile.
Für die hintere Oberschenkelmuskulatur beispielsweise entstehen während eines Sprints Kraftspitzen bis zum 5-fachen des Körpergewichts. 5 Diese Muskelgruppe ist daher auch die am häufigsten von Muskelfaserrissen betroffene Muskelgruppe.3 Trotzdem ist es nicht ausgeschlossen, dass auch andere Muskelgruppen wie die Kniestrecker, Adduktoren, Wadenmuskulatur oder Muskelgruppen des Oberkörpers betroffen sein können.
Risikofaktoren
Es gibt beeinflussbare und nicht beeinflussbare Faktoren, welche das Risiko einer Muskelverletzung erhöhen.
Beeinflussbare Risikofaktoren6,7,8,9,10 sind:
geringe Muskelkraft
geringer Muskelquerschnitt / Dicke des Muskels
schlechte Muskelqualität
geringe Muskellänge
geringe Steifigkeit von Bindegewebe und Sehne
schlechte neuromuskuläre Ansteuerung (Steuerung von Muskeln über das Gehirn und die Nerven)
Ermüdung der neuromuskulären Ansteuerung (z.B. in einer Wettkampfsituation)
Schuss- oder Sprungbein
Nicht beeinflussbare Risikofaktoren sind:
Anatomie (Biomechanik)
höheres Alter
frühere Verletzungen, frühere Faserrisse
Bodenbeschaffenheit
Prävention
Idealerweise sollte in der Trainingsgestaltung einer Sportart eines der Ziele sein, die Verletzungsanfälligkeit so gering wie möglich zu halten. Wie im Absatz zuvor genannt, gibt es einige Faktoren, welche vor allem durch ein gezieltes und individuell angepasstes Krafttraining zur Vorbeugung von Verletzungen beitragen können. Sogar wissenschaftlich konnte nachgewiesen werden, dass allein durch das regelmässige Ausführen von Nordic Hamstring Curls die Verletzungsanfälligkeit der hinteren Oberschenkelmuskulatur signifikant gesenkt wird.48
Einteilung von Muskelverletzungen
Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Modelle entwickelt, um Muskelverletzungen zu kategorisieren.
Wir beziehen uns auf eines der neuesten und gängigsten Bewertungssysteme in der Sportmedizin, welches eine klare Unterscheidung von Muskelverletzungen ermöglicht und eine grobe Abschätzung der benötigten Wundheilungszeit ableiten lässt.11
The British Athletics Muscle Injury Classification:
Basierend auf Ultraschall- oder MRI-Untersuchungen gibt es 5 Grade einer Muskelverletzung, wobei diese mit den Ziffern 0-4 kategorisiert werden. 11
0) DOMS (delayed onset muscle soreness)
der zu Deutsch "Muskelkater", ohne erkenntliche Veränderungen in der Bildgebung (MRI oder Ultraschall).
1) Kleine Verletzungen (Risse) im Muskel
Die Sportler:innen haben meistens während oder nach Sporteinheiten Beschwerden. Obwohl Schmerzen während der Muskelanspannung vorhanden sein können, ist die Kraftentwicklung des betroffenen Muskels noch vorhanden. Es besteht keine Einschränkung des Bewegungsausmasses innerhalb von 24 Stunden.
2) Moderate Verletzungen des Muskels
Die Sportler:innen geben Schmerzen während körperlicher Aktivitäten an, welche sie dazu zwingen, die jeweilige Aktivität zu stoppen. Das Bewegungsausmass der betroffenen Seite ist innerhalb von 24 Stunden teilweise eingeschränkt. Der Muskel ist schmerzhaft bei Anspannung, sowie messbar geschwächt.
3) Exzessive Einrisse im Muskel
Die Athlet:innen beschreiben einen plötzlich einsetzenden Schmerz und fallen zu Boden. Das Bewegungsausmaß innerhalb von 24 Stunden ist signifikant reduziert und es treten Schmerzen beim Gehen auf. Der Muskel ist schmerzhaft bei Anspannung und es besteht eine deutliche Schwäche.
4) Kompletter Riss des Muskels oder der Sehne
Die Athlet:innen erfahren einen plötzlich einsetzenden starken Schmerz mit sofortiger Limitation von Aktivitäten. Eine tastbare Delle kann erkannt werden. Es kann vorkommen, dass weniger Schmerzen bei Anspannung auftreten als bei Grad 3.11 Da es zu ausgedehnten Schäden im Gewebe kommt, sieht man relativ häufig grossflächige Blutergüsse nach der Verletzung.
Diagnostik
Grundsätzlich ist ein bildgebendes Verfahren wie ein MRT oder Ultraschall nach einer Muskelfaserverletzung nicht notwendig. 14 Jedoch kann eine Bildgebung bei der Abschätzung einer Prognose und Klassifizierung hilfreich sein.
Bei dem Verdacht einer Verletzung im Grad 3 oder höher empfehlen Untersuchungen, auf eine MRT-Aufnahme zurückzugreifen, um auszuschliessen, dass ernsthafte Erkrankungen mit sofortigem Behandlungsbedarf, wie Thrombosen oder grosse Einblutungen ins Gewebe, dahinterstecken. 14
Wundheilung
Die Wundheilung des verletzten Gewebes ist von mehreren Faktoren abhängig.
Längere Wundheilungszeiten sind bei Verletzungen im Muskelsehnenübergang bzw. Verletzungen der Sehne zu erwarten, da die Regeneration dieser Gewebearten langsamer vonstattengeht als bei „rein“ muskulären Verletzungen. Grund dafür ist die langsamere Teilungsrate der Zellen im sehnigen Gewebe im Vergleich zum Muskelgewebe.
Die Wundheilung von geschädigtem Muskelgewebe läuft in drei Schritten ab:
Entzündungsphase: Hier wird der Schaden von körpereigenen Immunzellen begutachtet und abgestorbene Zellen, Zelltrümmer und Reste des Blutergusses werden beseitigt.
Reparationsphase: Zellen beginnen mit der Produktion eines vorübergehenden Ersatzgewebes (Narbengewebe), welches den Defekt zusammenhält, bis die Endstümpfe der einzelnen Muskelfasern wieder zusammenwachsen. Zudem wachsen neue Blutgefässe in das verletzte Muskelgewebe ein, um mehr Nährstoffe anzuliefern.
Remodulation: In dieser Phase passt sich das neue Gewebe seinen Anforderungen an, um die ursprüngliche Funktion und Kapazität wiederherzustellen. Dieser Vorgang kann bis zu 300 Tage in Anspruch nehmen. 13
Die Wundheilung einer Muskelfaserverletzung ohne Beteiligung der Sehne dauert etwa 4 Wochen.13 Grundvoraussetzung ist, dass die Wundheilung unter optimalen Umständen abläuft.
Mythen
Kinesio Taping verbessert die Regeneration, entlastet den Defekt und verbessert die Kraft.
Es ist egal, wo und wie du das Tape anbringst und welche Farbe es hat. Studien zeigten, dass ein „Scheintaping“, also ein willkürlich angebrachtes Tape, zu den gleichen Ergebnissen führt. Dies kann durch den Placeboeffekt erklärt werden. Zudem helfen Kinesio-Tapes dir nicht, dich schneller von Verletzungen zu erholen. Sie beeinflussen auch nicht deine Muskelkraft oder verbessern deine Leistung, egal mit wie viel Spannung du sie klebst.15,16,17,18,19
Dry Needling und Akupunktur entspannt die Muskulatur
Akupunktur ist eine häufig eingesetzte Methode in der Physiotherapie. Ihr werden viele unterschiedliche Wirkungen zugeschrieben. Dennoch sind die Effekte von Akupunktur, wie zum Beispiel eine Schmerzlinderung, meist nur von kurzer Dauer und verändern nicht die Muskellänge. Auch in Studien konnte man keine bessere Wirkung als die einer Placebo-Behandlung feststellen20, 21, 22. Das bedeutet, dass andere spitze Gegenstände, wie beispielsweise Zahnstocher, die willkürlich auf die Haut gedrückt werden, eine ähnliche Schmerzlinderung bewirken23.
Daher tendieren wir zu anderen Interventionen, welche nachhaltiger sind und von den Patient:innen selbst umgesetzt werden können.
Ultraschall und Elektrotherapie-Behandlungen verbessern die Wundheilung und lindern die Schmerzen
Ultraschalltherapie bei muskuloskelettalen Erkrankungen bringt keinen Vorteil gegenüber einer Placebo-Ultraschallbehandlung.24 Auch verglichen mit Training ist die Wirkung von Ultraschall nicht besser. 26
Studien konnten zeigen, dass Elektrotherapie kombiniert mit Training im Vergleich zu Training ohne Elektrotherapie keinen signifikanten Unterschied in Bezug auf Stärke, Kraft, Sprungkraft oder Sprintentwicklung hat.27 Wird ausschliesslich Elektrostimulation angewendet, sind die Ergebnisse schlechter als mit einem Trainingsprogramm.28,29
Eis und Kälteanwendungen sind geeignete Massnahmen für die Behandlung
Kälteanwendungen haben keine Auswirkungen auf die Muskelheilung, unabhängig des Verletzungsgrades. Es wird sogar vermutet, dass Kälteanwendungen eine schädliche und verzögernde Wirkung für den Wundheilungsprozess haben, da gewisse Wundheilungsprozesse beeinflusst werden können.30 Allerdings kann Eis kurz nach der Verletzung die akuten Schmerzen lindern.49 Es wird daher empfohlen, Kälte innerhalb der ersten 5–15 Minuten nach der Verletzung anzuwenden, dann jedoch darauf zu verzichten.
Während der Wundheilung darf der Muskel nicht belastet werden, da die Fasern ansonsten erneut reissen.
Durch einen frühen Belastungsbeginn schon 2 Tage nach einer akuten Muskelverletzung lässt sich der Wiedereinstieg in den Sport um 3 Wochen verkürzen. Dagegen kann der Wiedereinstieg in den Sport verzögert werden, wenn erst nach 9 Tagen mit dem Rehabilitationsprogramm begonnen wird.31,32
Wird ausserdem nicht nur im absolut schmerzfreien Bereich trainiert, sondern bis an die Schmerzgrenze belastet, zeigt sich eine grössere Verbesserung der Kniebeugekraft sowie ein besserer Erhalt der Muskellänge.33
Massagen helfen bei Muskelverletzungen
Massage hat im Vergleich zu Krafttraining keine vorteilhafte Wirkung auf die Durchblutungssituation oder Veränderungen von Strukturen, welche jedoch mit Training sehr wohl beeinflussbar sind. Der positive Effekt einer Massage liegt an dem grossen psychischen Anteil in der Wirkung (Linderung von Depressionen, Angststörungen und dem neuen Gefühl der Berührung). Die durchblutungsfördernde Wirkung von Sport ist in jedem Fall sehr viel grösser.
Operationen - Ja oder Nein?
90 % der Muskelverletzungen werden konservativ behandelt. Entsteht jedoch bei der Verletzung ein ausgeprägter Bluterguss, wird dieser bei Bedarf punktiert. Typ-III- und Typ-IV-Verletzungen werden in Einzelfällen auch operativ versorgt.
Operative Indikationen:
Teil- oder Totalabriss eines Muskels oder der Sehne
Knöcherne Ausrisse der Sehne vom Knochen
Grosse Hämatome, welche die Gefahr eines Kompartmentsyndroms (Abklemmungssyndrom) bergen
Nach einer operativen Versorgung wird geraten, nicht zu früh zum Sport zurückzukehren. Grund dafür ist die stark erhöhte Wiederverletzungsgefahr, die bei rund 25 Prozent liegt. Der mittlere Zeitraum der Reha nach einer Operation liegt bei ca. 4–6 Monaten, trotzdem sollte ein sicheres Rückkehren zum Sport erst nach Bestehen aller Kriterien erfolgen.35, 46
Wie gelange ich am sichersten und schnellsten wieder zurück in den Sport?
Um einen sicheren Wiedereinstieg in den Sport garantieren zu können, müssen gewisse Kriterien von den Patient:innen erfüllt werden. Jede Verletzung muss individuell betrachtet werden und ist abhängig vom Verletzungsgrad, Regenerationsprozess etc.
Dabei wird die Behandlung in Stufen (Kriterien) ablaufen. Jede Stufe bildet einen Meilenstein im Reha-Prozess, und erst bei positiver Absolvierung wird zur nächsten Stufe vorgegangen. Die wichtigsten Eckpunkte der Reha sind dabei:
Klinische Symptome: Schmerz, Schwellung, Wärme
Beweglichkeit, Funktion, Muskelverlängerung
Kraftentwicklung des betroffenen Muskels
Exzentrische Muskelarbeit32,33,36,37,38
Nach einer akuten Muskelverletzung wird grundsätzlich empfohlen, rasch mit dem Krafttraining zu beginnen (grundsätzlich 2 Tage nach der Verletzung), da es zu einem schnelleren Einstieg in den Sport sowie zu verbesserten Kraftwerten, Schmerzfreiheit und einer besseren Verkürzung der Faszikel-Länge führt.33,44, 45
Phase 1
Die erste Phase beginnt direkt nach der Verletzung. Dabei soll die anfängliche Wundheilungsphase mit sofortiger Bewegung des betroffenen Muskels und frühzeitiger Belastung unterstützt werden. Es wird in der Phase nicht bis zur Muskelerschöpfung trainiert (Underload), solange bis die Schwellung vermindert, der Schmerz und die Entzündung unter Kontrolle sind, keine negativen Reaktionen auf Trainingsreize auftreten (Schmerz, Schwellung, Muskelkater), eine gute Trainingsqualität während der Aufgaben besteht und die Kraft zur Durchführung der Übungen aufgebracht werden kann. Dabei ist wichtig zu erwähnen, dass eine Belastung bis an die Schmerzgrenze keine negativen Einflüsse auf die Wundheilung hat. Im Gegenteil konnte festgestellt werden, dass die Kniebeugekraft und Muskellänge besser erhalten bleiben. 33
Phase 2
Mit dem Einstieg in Phase 2 sind die Patient:innen bereits in der Lage, ihre Anforderungen des alltäglichen Lebens selbstständig auszuführen. Der Schwerpunkt der Therapie fokussiert sich noch mehr auf die Trainingsübungen. Während dieser Phase wird die Intensität der Übungen langsam gesteigert, bis man bis zur Muskelerschöpfung trainiert (Overload). Ein weiterer Schwerpunkt dieser Stufe bilden exzentrische Übungen, welche den Muskel unter Belastung in eine Verlängerung bringen. Eine Studie mit Sprinter:innen und Fussballspieler:innen konnte dabei nachweisen, dass dies zu einer schnelleren Rückkehr in den Sport führt. 31,32 Es wird nach dem Motto trainiert: „from short and weak to long and strong“. Voraussetzungen für den Übergang in die nächste Phase sind, dass keine klinischen Reaktionen (Schmerz, Schwellung, Rötung etc.) nach den Trainingseinheiten auftreten, keine Einschränkungen im alltäglichen Leben mehr bestehen, eine nahezu volle Beweglichkeit im Gelenk des betroffenen Muskels besteht, die Muskelkontrolle verbessert wurde und der Muskel belastbarer ist.
Phase 3 und 4
In der 3. und 4. Phase wird der Kraftunterschied der beiden Seiten ausgeglichen. Anschliessend startet das Schnellkrafttraining, welches ebenfalls progressiv bis zu explosivem Reaktivkrafttraining (Plyometrie) gesteigert wird. Währenddessen können auch schon sportartspezifische Inhalte ins Training einbezogen werden. Ein Beispiel sind Steigerungsläufe bis an die maximale Laufgeschwindigkeit, da diese das Risiko einer Wiederverletzung minimieren.47 Dies ist auch der Punkt, an dem Teamsportler:innen meist wieder in der Lage sind, am normalen Mannschaftstraining teilzunehmen.
Phase 5
In der 5. Phase sind die Athlet:innen wieder in ihrer ursprünglichen Spielform und bekommen nach einigen letzten Tests wieder die Erlaubnis, am Spielbetrieb teilzunehmen.39, 40, 41, 42, 43
Quellenangaben
Stand Januar 2026








